Los geht’s!

Die Koffer sind gepackt, dieses Mal nach meinem ultimativen Kofferpackplan: Den Koffer ein paar Tage vor Abflug geöffnet ins Zimmer stellen und alles reinwerfen, was mir so im Alltag begegnet und unbedingt mit muss – es funktioniert tatsächlich.
In der Nacht vor dem Abflug schlafe ich sehr wenig, aber gut. Ich bin einfach nur froh, diesen tristen Himmel und den Regen-Schnee-Matsch, der von dort runterfällt, hinter mir zu lassen und in die Sonne zu fliegen.

Mein Flug soll pünktlich um 13:15 gehen, und ich bin nach einer Fahrt mit S-Bahn und Regionalbahn überpünktlich am Flughafen Schönefeld. Der Schalter ist noch leer, also warte ich und bin dann auch sofort eine der Ersten, die nach Abgabe der Koffer ins Duty-Free-Wunderland darf – wie schade, dass mich Duty-Free nicht interessiert. Aber mein Geld gebe ich trotzdem aus, denn nachdem um Punkt 13:15 noch immer kein Gate , dafür aber eine Verspätung von 90 Minuten ausgewiesen ist, muss ich meinen Vorsatz, im Flugzeug zu frühstücken, aufgeben und mir am Flughafen ein belegtes Brötchen, eine Packung Kaugummi und ein Buch kaufen.

Irgendwann ist es dann doch so weit, das Gate wird ausgewiesen – ich schnappe mir meine Gitarre und meine Tasche und los geht’s!

In der Flugzeugkabine ist Platz – viel Platz! Noch nie hatte ich eine komplette Reihe für mich alleine; nein, ausgebucht ist dieser Flug nicht. Aber vielleicht steigen ja noch Passagiere in Wien, wo wir eine Zwischenlandung machen werden, ein.

Für alle Hungrigen unter Euch…

Um 19:00 Uhr Ortszeit komme ich in Damaskus an – der Flug war ruhig und die letzte Hürde wartet auf mich: Passkontrolle und Gepäcksuche – Hilfe!
Doch es stellt sich heraus: Alles ganz einfach, denn dank der Verspätung sind an den Schaltern keine langen Schlangen, und da nur der Schalter für die arabischen Reisenden geöffnet ist, stelle ich mich einfach ganz frech dort an. Nach einem kurzen Plausch auf Gebrochenarabisch – der nette Schalterbeamte konnte kein Englisch – darf ich passieren und erwische auch noch als Erste meinen Koffer – so ein Glückstag! Noch nie war ich so schnell aus dem Flughafen in Damaskus raus, wie an diesem Tag: 15 Minuten – Das gehört eigentlich ins Buch der Weltrekorde :happy:

Ich bin da, und mein Urlaub beginnt direkt vom Flughafen weg. Ich werde abgeholt, und die erste Tour des Urlaubs führt mich nicht in irgendein Hotel, zu Familie oder Freuden – ich bin auf dem Weg zum Shawirma-Verkäufer, und mit dem Shawirma auf dem Weg zum Jabbal Qasyon – Kinder, das hab‘ ich vermisst!

Kommentar verfassen