BahnCard automatisch verlängert – oder wie man doch noch rauskommt

Wie in jedem Jahr erhalte ich auch in diesem Jahr von der Deutschen Bahn einen Brief mit der Bitte, meinen aktuellen Studentenausweis zuzusenden, damit meine BahnCard 50 zum Studententarif verlängert werden kann. Alles wie immer – alles ganz automatisch– oder?

Ich schicke also meinen aktuellen Studentenausweis hin und freue mich, dass ich – als Student – die BahnCard 50 zum halben Preis bekomme. (Zur Zeit kostet diese wertvolle Karte 230 wertvolle Euronen)

Die Antwort erhalte ich umgehend:

Leider kann die Bahn mir keine BahnCard 50 zum Studentenpreis mehr ausstellen, daher wird für mich der Normaltarif gelten.

Moment mal…ich bin doch Student??? – Also schnell in den AGB nachgeschaut, die bei meiner alten BahnCard dabei waren, und da stehts: Eine Studentenkarte bekommt man nur bis zum einschließlich 26. Lebensjahr – Schade, das ist bei mir grade vorbei.

Und nun? Eigentlich muss man sechs Wochen vor Ablauf der Karte kündigen, wenn man keine neue möchte – was ich nicht getan habe, da ich ja dachte, eine neue Karte zum Studententarif zu bekommen. Hm…Also noch einmal die AGB gründlicher studiert, und da stand (und steht immer noch):

2.5.2 Im Falle von Änderungen der BahnCard-Bedingungen wird das Verkehrsunternehmen
diese dem Reisenden rechtzeitig mitteilen. Ist der Reisende mit den Änderungen nicht einverstanden,
so kann er das Vertragsverhältnis innerhalb von 4 Wochen nach Zugang der Mitteilung
schriftlich gegenüber dem BahnCard-Service kündigen. In diesem Fall verlängert sich die Geltungsdauer
der BahnCard 25/BahnCard 50 nicht. Macht der Reisende von seinem Kündigungsrecht
keinen Gebrauch, so werden die geänderten Bedingungen mit Zusendung der neuen
BahnCard 25/BahnCard 50 wirksam. Hierauf wird das Verkehrsunternehmen in seiner Mitteilung
den Reisenden jeweils hinweisen. (Bedingungen für den Erwerb und
die Nutzung von BahnCards)

Danach vergleiche ich die Bedingungen meiner BahnCard mit den aktuellen Bedingungen auf der Webseite der Bahn, die ja auch für meine neue BahnCard gelten würden, und: Tatsächlich gab es eine Änderung, die mir die Bahn nicht mitgeteilt hat: Der Preis für die normale Karte wurde um 5 Euro erhöht. – Mit dieser Änderung bin ich nicht einverstanden und mache von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch. Da ich niemals eine Mitteilung über diese Änderungen erhalten habe, setze ich als Anfangsdatum der vier Wochen die Mitteilung der Bahn, dass ich den normalen Preis zahlen müsste. Das Ganze geht per Einschreiben mit der Bitte um Bestätigung der Kündigung aus oben genannten Gründen an

Bahncard-Service
60643 Frankfurt am Main

… und kurze Zeit später finde ich die Bestätigung der Kündigung in meinem Briefkasten, ohne weitere Probleme.  Das war dann doch Service.

Was also tun, wenn man die 6-wöchige Kündigungsfrist verpasst hat? Bei Änderungen in den AGB steht einem ein Sonderkündigungsrecht zu – von dem man Gebrauch machen kann. Probieren kann man es, und bei mir war die Bahn serviceorientiert und hat die Kündigung ratzfatz und ohne Diskussion bearbeitet.

Hinterlasse einen Kommentar zu Cammykatze Antwort abbrechen