Michael Jackson ist tot († 25. Juni 2009)
Cammykatze am 27. Juni 2009
(oder: Warum es egal ist, ob Michael Jackson zum Islam konvertiert ist oder nicht)
Ich bin kein Fan, nicht jetzt und nicht vorher – dennoch hat mich sein Tod auf eigenartige Weise berührt. Warum?
Liegt es an diesem ganzen medialen Rummel, dass man einfach mitschwimmt im Strom? Oder liegt es an seiner Persönlichkeit?
Wenige Wochen zuvor habe ich eine ganze Zeit bei Youtube verbracht und mich durch alle möglichen Michael Jackson Clips geklickt, ich habe mir die Preisentwicklung der Tickets für seine Konzerte angeschaut (*Eigentlich müsste man sie alle aufkaufen*) und mich ein bisschen in seine Biographie eingelesen; einfach aus Interesse und weil ich von einem Lied zum nächsten “gehangelt” bin.
Er war eine faszinierende, schillernde Persönlichkeit – eine Genie auf der Bühne, ein Meilenstein in der Musikgeschichte und – wenigstens in meinen Augen – eine bemitleidenswerte Persönlichkeit im realen Leben.
Sein ganzes Leben ist ein einziger Kontrast gewesen, in allen Bereichen – sicherlich liegt darin auch ein Teil der Faszination an Michael Jackson. Er transportierte Emotionen, egal, ob er sich auf der Bühne oder im alltäglichen Leben befand – und Emotionen, ob Mitleid, Freude, Trauer oder auch Abscheu, ziehen nun einmal magisch an. (Mich würde interessieren, wieviele Frauen und vielleicht auch Männer Michael Jackson aus einem Gemisch von Mitleids-”Helfersyndrom” und Bewunderung verehren.)
Ich will hier nichts über seine Schulden, seine Skandale und Gebrechlichkeiten schreiben, das sollen die Klatschpresse und News-Seiten im Internet übernehmen.
Auch ich bin irgendwie fasziniert von dieser Person, von diesem erwachsenen Kind, von diesem kindlichen Erwachsenen. Und sein Tod stimmt mich ein wenig wehmütig, denn auch wenn ich nicht alt bin, so war Michael Jackson eben doch einfach “der King of Pop” dieser Zeit, den ich mitbekommen habe…und der für die nachfolgenden Generationen ein verglühter Stern sein wird, zu dem keine Beziehung besteht – Man wird eben doch älter.
Im Netz gibt es unter einigen Muslimen wieder die Diskussion, ob Michael Jackson wie sein Bruder zum Islam konvertiert ist – ist seine Seele jetzt gerettet? Gut, dass wir nicht darüber zu entscheiden haben, denn M.J. würde zerissen (sowohl von Muslimen, als auch Nicht-Muslimen).
Sein Tod ist traurig, aber alles was danach kommt, steht nicht in unserem Ermessen, warum in sinnlosem leeren Geschwätz darüber diskutieren? Es gibt doch nur den Einen, der über das Schicksal entscheidet – und Er kennt das Innere eines Menschen – nur wir Menschen maßen uns wohl an, nach Äußerlichkeiten zu richten.
Und was haben wir davon, wenn wir jemanden im hier und jetzt als Muslim “deklarieren”? – Am Ende weiß eh nur Gott, wer was in sich trägt.
Es wird häufig über Michael Jackson gesagt, er hätte das Herz eines Kindes. Wenn es so war, dann ist es gut so, denn das Herz eines Kindes ist ein offenes unschuldiges Herz mit einem ursprünglichen Glauben an Gott. Wenigstens in diesem Sinne, so Gott will, war Michael Jackson ein Muslim.
Möge Allah ihm vergeben, Erbarmen mit seiner Seele haben und ihm Frieden geben.
Inna lillah wa inna ilayhi raji’un.
Gerne hätte ich mich abseits von Bühne und Presse mal mit ihm unterhalten – inshaAllah.
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